Was nicht passt, wird passend gemacht?!
Für die Wahl des "richtigen" Coaches sollten Sie höhere Ansprüche stellen!
Ein professioneller Coach, der Erfahrung und eine gute Ausbildung hat, „lernt“ irgendwann mit den unterschiedlichsten Typologien von Klienten und Klientinnen auf kognitiver Ebene klar zu kommen. Aber ist es ausreichend „klarzukommen“? Und noch viel wichtiger: Reicht es Ihnen als Coachee, wenn ein Coach mit Ihnen “klarkommt”? Erwarten Sie nicht vielmehr - mit Recht - eine erfolgreiche Veränderung aus dem Coaching und haben damit einen messbaren Anspruch an Ihren Coach? In den allermeisten Fällen bringen Sie nun aber vielleicht weder Erfahrungen über Coaching mit, noch wollen Sie sich analytische Parameter zur Bewertung eines Coaches herleiten. Dennoch stellt sich Ihnen vielleicht die Frage: wann ist ein Coach für Sie ein guter Coach? Und: Woran können Sie das festmachen?
Sehr vereinfacht zusammengefasst sind die Ziele eines professionellen Coachings am Ende die Veränderung eines bisher (bewusst oder unbewusst) hinderlichen Verhaltens und daraus abgeleitet das Erforschen und Trainieren von zu Ihnen als Coachee passenden neuen/veränderten Verhaltensoptionen. Will heißen: Sie wollen nach dem Coaching eine positive Veränderung zu einem Ihnen im Moment nicht zufriedenstellenden Zustand erkennen. So oder so ähnlich formulieren zumindest häufig die Klienten und Klientinnen ihre Anliegen.
Für wirkliche Transformation beim Coachee braucht es genau dazu weit mehr als einen Austausch auf kognitiver Ebene in Form von Erlernen von Techniken und Methoden. Und eben “klarkommen”.
Einen Eindruck darüber, was dieses „weit mehr“ ist, bekommen Sie übrigens in den Fallbeispielen in meinem im Januar 2023 im Wiley-Verlag erscheinenden Buch „Gute Führung ist Kopfsache“.
Für die tiefgreifenden Prozesse der Veränderungen durch Coachings braucht es – meist sogar unausgesprochen – ein tiefes „in Verbindung kommen“. Ein tiefes „in Verbindung sein“. Zwischen KlientIn und Coach. Das setzt ein Commitment, eine Bereitschaft von Vertrauen schenken und Vertrauen annehmen voraus. Und zwar von beiden Seiten, also von KlientIn und Coach gleichermaßen. Das ist der grundlegende Nährboden für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Diesen Nährboden zu schaffen, sehe ich zunächst als Aufgabe des Coaches. In meiner Erfahrung muss man sich dazu nicht zwangsläufig „mögen“ – zumindest nicht in seiner klassischen Bedeutung. Es ist vielmehr eine Form von tiefem Respekt. Dabei spielen Bewertungen wie mögen/nicht mögen eine untergeordnete Rolle. Als Coach spreche ich diese Wertungen sehr direkt an - und auch deren Bedeutungslosigkeit. Das heißt, wir – der Klient oder die Klientin und ich - sprechen über die Wertungen: Aber nicht aus diesen Bewertungen heraus. Vielmehr öffnen wir das Geistesfeld des Respektes und ich biete das Agieren im Raum des Vertrauens an. Dazu muss mich der Coachee, siehe oben, nicht „mögen“. Mehr noch: es ist wichtig, „mögen“ und „vertrauen“ voneinander zu trennen: Schließlich bin ich es, die den Coachee später mit seinen/ihren blinden Flecken in Verbindung bringt. Sie und ihn mit auf den Weg an die jeweiligen Grenzen des Komforts und darüber hinaus nimmt. Ihnen eine begründete Wahrnehmung über ihre manchmal vielleicht sogar unangebrachten Verhaltensweisen gibt. Und es wäre ziemlich unschlau, wenn der Coachee das als „das sagt sie, weil sie mich nicht mag“ abtun könnte und würde. Denn mit dieser einfachen Erklärung wäre ein Wachstum schon mal nicht mehr möglich. Gleichermaßen bringt es ihnen, den Klienten und Klientinnen, nichts, wenn sie etwas ausprobieren, nur um meine Anerkennung zu bekommen.
Ein guter Coach weiß, ob und wann er/sie aus dem eigenen Narrativ heraus handelt und spricht. Und hat damit die Option, das unmittelbar zu verändern. Denn natürlich passiert das trotz des Wissens darum hin und wieder. Aber ich als Coach bemerke es. Und kann es verändern. Dazu braucht es meine Klarheit. Sie, als KlientIn können nur wachsen, wenn ich mit mir klar bin. Nicht mit mir beschäftigt bin. Sondern mich vollständig auf Sie einlassen kann. Schließlich geht es im Coaching um genau SIE. Um Irritationen vorzubeugen: das heißt keinesfalls, dass ein Coaching so läuft, wie Sie es sich wünschen oder vorgeben oder vorstellen: damit würden Sie innerhalb Ihrer Komfortzone bleiben...
An dieser Stelle möchte ich eine Lanze brechen für alle Coaches, die im Laufe ihrer Karriere - zugegebenermaßen sehr ressourcenbindende - psychologische und wirtschaftswissenschaftliche Aus-oder Weiterbildungen absolviert haben. Um es noch deutlicher zu machen: ohne diese Aus- und Weiterbildungen sollten sie sich in meiner Wahrnehmung von Verantwortung auch gar nicht Coach nennen (dürfen). Nun geht es zwar nicht darum, als Coach therapieren zu können oder zu wollen. Aber jeder verantwortungsvolle Coach MUSS schnell erkennen können, wo die Grenzen zwischen Coaching und Therapie verlaufen. Wo Coaching endet und für Klienten und Klientinnen nicht mehr ausreicht und wo Coachees die Therapieempfehlung ausgesprochen werden muss. Für diese Beurteilungsfähigkeit braucht es psychologische Kenntnisse, die über ein paar Grundbegriffe hinausgehen. Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass in intensiven Coachingprozessen Re-traumatisierungen vorkommen. Denn schließlich sind Ziele von Coachings Verhaltensveränderungen. Also greift der Coachingprozess in Verhaltensstrukturen ein. Ein gut ausgebildeter Coach bemerkt und beabsichtigt unter Umständen diese Trigger; und erkennt oder weiß, – siehe oben – wo diese Grenzen sind. Ein unerfahrener oder psychologisch nicht ausreichend ausgebildeter Coach triggert hingegen unvorsichtig oder gar unabsichtlich und ist aller Wahrscheinlichkeit nach überfordert mit dem, was sich dann zeigt.
Wenn Sie nun den Eindruck bekommen, ich würde hier gerade die Spreu vom Weizen bei Coaches trennen wollen, dann stimmt Ihr Eindruck. (Zum diesem Thema gibt es übrigens Ende des Monats einen weiteren Blog-Artikel.) Die Berufsbezeichnung „Coach“ ist nach wie vor kein geschützter Beruf. Damit ist es Unternehmen und Klienten und Klientinnen selbst überlassen, wonach sie die BeraterInnen und BegleiterInnen für ihr wichtigstes Gut, ihre eigene Persönlichkeit, aussuchen.
Wie wählen Sie nun aber den zu Ihnen passenden Coach aus? Wie suchen Sie jemanden, der Sie aus Ihrer Komfortzone holt, wenn Sie wahrscheinlich gleichzeitig aus eben dieser Komfortzone heraus die Auswahl treffen?
Die objektiv messbaren Kriterien wie Studium, Ausbildung, Weiterbildung, Referenzen und Auszeichnungen sind vergleichsweise einfach zu recherchieren. Welche Techniken, „Schulen“ und Methoden dabei ihren Einsatz finden, ist letztendlich nicht so wichtig. Vielmehr sollten Sie den Prozess von der ersten Begegnung an, und damit meine ich bereits das Kennenlerngespräch, als unterstützend erfahren. Und ja, die Suche nach dem „richtigen“ Coach ist im bunten Angebots-Dschungel der Coaching-Welt mitunter eine echte Herausforderung. Wie finden Sie also heraus, ob die richtige Person vor Ihnen sitzt?
Stellen Sie ihm oder ihr Fragen!
Stellen Sie im Kennenlerngespräch, das unbedingt und natürlich auch honorarfrei erfolgen soll: Fragen. Fragen Sie, was immer Ihnen einfällt. Bedenken Sie dabei, dass Sie keine Verantwortung für die Antworten des Coaches haben!
Fragen Sie zum Beispiel:
Wie sich der Coach selbst coachen lässt
Wie er/sie sich auf die Suche nach dem eigenen Coach gemacht hat
Nach welchen Kriterien er/sie den eignen Coach schließlich ausgewählt hat
Wann er oder sie einen Coachingprozess für sich selbst als erfolgreich abgeschlossen sieht
Woran er oder sie diesen Erfolg misst
Welchen Stellenwert Supervision und Mentoring im Coaching hat
Nach welchen Kriterien er oder sie die Anwendung von Techniken und Methoden auswählt.
Vielleicht empfinden Sie diese Fragen als übergriffig. Oder würden sich mit diesen Fragen nicht wohl fühlen. Dann reflektieren Sie einen kurzen Moment für sich selbst, ob und wie Sie sich auf jemanden einlassen wollen vor dem/der Sie eine Scheu hätten, dass er oder sie nicht ausschließlich empathisch und wertschätzend mit Ihren Fragen umgehen würde. Reflektieren Sie einen kurzen Moment darüber, wie das im Coachingprozess werden würde, wenn Sie bereits bei dem Gedanken, Ihrem Gegenüber Fragen zu stellen, eine innere Zurückhaltung empfinden. Das könnte dann ein Impuls dafür sein, dass Ihnen noch nicht die richtige Person gegenübersitzt.
Und auch das möchte ich Ihnen unbedingt mit an die Hand geben: Lernen Sie mehrere, mindestens zwei, Coaches kennen, bevor Sie in den Prozess gehen. Und sei es nur, um den Unterschied der Gespräche zu bemerken.
Wenn Sie dann (vielleicht einfach nur) ein gutes „Bauchgefühl“ bei einer Person haben, vertrauen Sie auch darauf! Und lassen Sie sich nicht (nur) durch Zertifikate beeindrucken.
Damit Sie nun nicht nur darauf vertrauen müssen, dass das, worüber ich hier schreibe, nicht nur wohl formulierte Zeilen sind sondern auf tatsächlichen Erfahrungen basiert, benenne ich Ihnen hier einige Unternehmen, deren Führungskräfte zu mir ins Coaching kamen und kommen. Darunter sind Namen wie Kempinski Hotels AG, Helios Kliniken, ARD, Mercedes Benz, Rhön-Klinikum AG, dpa, Deutsche Telekom AG, Asklepios Kliniken GmbH, Design Offices, PWC... Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie in den Erfahrungsaustausch mit einzelnen meiner Klienten und Klientinnen aus den Unternehmen gehen wollen. Einige Damen und Herren sind gerne bereit, (wirklich Interessierten) in einem persönlichen Gespräch über ihre eigenen Erfahrung mit mir zu berichten.
Für alle anderen Fragen: kontaktieren Sie mich gerne! Ich antworte ebenso gerne!
Ihre Silvia Glaser