New Leadership: Beziehung ist alles!
Führung war gestern, heute geht es vor allem um: Kooperation. Führungskräfte sagen nicht mehr, wo es lang geht. Stattdessen zeichnen sie sich durch feines Beobachten, Begleiten und Fördern aus. Sie sind nicht mehr ChefInnen im klassischen Sinne, wirken vielmehr wie vertrauensvolle MentorInnen und UnterstützerInnen, die ihre MitarbeiterInnen durch diese neue, achtsame Art des Führens glücklich, hoch effizient und so produktiv wie nie zuvor machen.
Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ja: Diese schöne neue Arbeits- und Führungswelt, die uns seit einiger Zeit vermehrt von Vorständen, Marketingabteilungen und Beratungsunternehmen verkauft wird, ist eine Fata Morgana. Und die Buzzwords, diese wohlklingenden, aber inhaltsleeren Worthülsen, die da als Verkaufsargumente missbraucht werden, dienen leider viel zu oft dazu, ein in der Realität praktiziertes Weiter-wie-bisher zu verschleiern.
Es wäre also leicht nachvollziehbar, wenn Sie jetzt desillusioniert abwinken, vielleicht noch ein paar Gründe finden, warum die vielfach propagierten Prinzipien von New Work und New Leadership einfach nicht umsetzbar sind. Oder jedenfalls nicht bei uns: Nur weil so etwas bei den Ben&Jerries und Googles dieser Welt funktioniert, heißt das doch noch längst nicht, dass es auch im deutschen Business-Alltag, mit deutschen ChefInnen, deutscher Kultur und im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld möglich wäre. Oder?
Als wenn wir eine Alternative hätten! Der erste Satz des Artikels mag eine Fata Morgana beschreiben. Doch mit einem Punkt liegt er richtig: Die Zeit des Führens nach altem, klassischem Verständnis ist unwiderruflich vorbei. Die etablierten, klassischen, autoritären Führungsstile mögen vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten noch funktioniert haben. (Meiner Beobachtung nach haben sie übrigens schon damals oft nur mangels anderer Optionen und mehr schlecht als recht funktioniert.) Mittlerweile, in den 2020er Jahren, kollabieren sie aber regelrecht. Und das in manchmal atemberaubenden Tempo; das ist mein nahezu tagtägliches Erleben bei meiner Arbeit als Coach: Viele, sehr viele sehr konkrete Fallbeispiel von Führungskräften, die bisher mehr oder weniger nach klassischem, altem Verständnis führen, die ihren MitarbeiterInnen bisher also mehr oder weniger klar sagen, wo es langgehen soll – und damit spürbar und verstärkt an Grenzen stößen.
Im Verlauf von erfolgreichen New-Leadership-Coachings entwickeln diese Menschen eigene, individuelle Interpretationen dessen, was New Work und New Leadership in ihrem spezifischen Kontext bedeuten können. Mit der oben geschilderten Idealversion decken sich diese Interpretationen nicht vollständig. Doch dafür sind sie tatsächlich realisierbar, werden auch realisiert – und eröffnen immer neue Spielräume für weitere, noch mutigere Entwicklungen.
Ein wichtiger Aspekt des New Leadership ist die eigene, innere Haltung. Eine Haltung, die sowohl wohlwollend als auch kritisch hinterfragt. Und zwar zuerst: sich selbst. Es braucht einen besonderen Grad an Aufmerksamkeit und Bewusstheit, ein bewusstes Beobachten des eigenen Selbst. Dazu gehört, immer wieder auch die Wahrnehmung des eigenen Kontexts, also des Teams, der FührungskollegInnen, des Unternehmens und schließlich der Gesellschaft an sich zu hinterfragen. Denn die Art und Weise, wie wir diese Menschen und Situationen wahrnehmen, beeinflusst unser Denken und Handeln, und anders herum beeinflusst unser Denken und Handeln auch alle diese Menschen und Situationen.
Die gute Nachricht: Vieles, was Führungskräfte heute machen, ist bereits gut, richtig und hoch wirksam – auch im Sinne des New Leadership, und auch im Fall von Menschen, die New Leadership noch nie bewusst trainiert haben. Denn die Prinzipien, die hinter diesem Schlagwort stehen, sind oft überraschend intuitiv. Und dann gibt es natürlich immer noch genug Denk- und Verhaltensweisen, die dringend eines Updates bedürfen! Um zu erforschen, welche Verhaltensweisen das sind, welche alternativen Verhaltensoptionen stattdessen mehr Sinn machen – genau dafür ist Coaching da.
Vielleicht sind Sie selbst an dem einen oder anderen kleinen Update interessiert? Dann mögen Sie vielleicht mit einer ganz grundlegenden Frage einsteigen?
Was hat Sie ganz persönlich dazu veranlasst und motiviert, in Führungsverantwortung zu gehen?
Die Frage mag simpel klingen – und doch werden Ihnen (je nachdem auf welchen Ebenen Sie sie beantworten wollen) die Antworten einen – weiteren - Zugang zu Ihrer inneren Haltung ermöglichen:
Sie gehen in Beziehung. Zunächst mit sich selbst! Eine der besten Voraussetzung für erfolgreiche Führungsansätze im New Leadership.