#LeadershipHelden. Eine Mitarbeiterbefragung nach einem Jahr Pandemie? Das trauen sich (nur?) die Profis! - Silvia Glaser
3233
post-template-default,single,single-post,postid-3233,single-format-standard,bridge-core-2.4.2,ehf-template-bridge,ehf-stylesheet-bridge-child,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,qode_grid_1300,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-26.1,qode-theme-bridge,disabled_footer_bottom,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.2.0,vc_responsive,elementor-default,elementor-kit-1356

#LeadershipHelden. Eine Mitarbeiterbefragung nach einem Jahr Pandemie? Das trauen sich (nur?) die Profis!

#LeadershipHelden. Eine Mitarbeiterbefragung nach einem Jahr Pandemie? Das trauen sich (nur?) die Profis!

Nehmen wir an, Sie haben ein Unternehmen (oder arbeiten mit ggf. nicht unerheblicher Führungsverantwortung in selbigem), das von der Pandemie – nun sagen wir mal – zumindest nicht existentiell bedroht ist. 

Nehmen wir weiter an, Sie haben sich in den vergangenen Jahren eher halbherzig (oder gar nicht) und der Form halber (und damit auch „gar nicht“) um professionelle OrganisationsEntwicklung, zeitgemäße Mitarbeiterführung und konsequente Entfaltung einer gesunden Führungsstruktur gekümmert.

Nehmen wir weiter an, dass auch all die Jahre vor Ausbruch der Pandemie RessourcenKnappheit, vom Markt (wahlweise Shareholder und/oder Stakeholder) vorgegebene Veränderungen oder mehr oder weniger nachvollziehbare Launen der Politik und Wirtschaft Sie nicht zur Ruhe kommen ließen. (Was mitunter als wunderbare und allzeit gültige Erklärung für die Vernachlässigung von professioneller OrganisationsEntwicklung, zeitgemäßer Mitarbeiterführung und konsequenter …. Sie wissen schon… gelten durfte.)

Warum in aller Welt also sollten Sie gerade jetzt, in einer Krise (oder gar schon Katastrophe?) Ihre Mitarbeiter nach deren Zufriedenheitsgrad fragen? Grenzt das nicht an Selbst- oder Unternehmenszerstörung? Oder in etwas positiverer Konnotation ausgedrückt: an Selbstzensur zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt?

Ja. Und nein. Und vielleicht und wer weiß und möglichweise und denkbar und – vielleicht auch nicht.

Graben Sie tief in Ihrem innersten Wissen: setzt das Heilen von Wunden nicht das Offenlegen derselben voraus? Ist die sich über nunmehr Monaten aufbauende Entwicklung in/im Unternehmen nicht gleichlaufend ein schichtweises Offenlegen von über Jahre angestauten und angestaubten Missständen, deren notwendige Klärungsprozesse immer wieder dem ganz normalen Alltagswahnsinn zum Opfer fielen? 

Was haben Sie – sowohl Sie, die Fragenden, als auch Sie, die Antwortenden – durch und mit einer solche Befragung also jetzt zu verlieren? 

Aus Sicht der Autorin, mit der Erfahrung und Auswertung aus umfangreichen, individuell gestalteten Mitarbeiterbefragungen, kann es nur Gewinner geben. 

Eigentlich. 

Denn die Krux an der Sache ist: wenn Sie Ihren Mitarbeitern jetzt das Vertrauen entgegenbringen, sie durch eine wohldurchdachte und sinnvoll aufgebaute Zusammenstellung sensibler und aufrichtiger Fragen zu leiten, könnten Sie damit nicht nur Ihr aufrichtiges Interesse, sondern auch die Verantwortung implizieren, gerade jetzt, inmitten einer hochsensiblen und nicht plan- und absehbaren Zeit, für genau diese, Ihre Mitarbeiter, da zu sein. Zeit und Ressourcen genau dahin zu investieren, wo sie jetzt am nötigsten gebraucht werden: in das Kümmern und das in-Beziehung-treten mit den Ihnen anvertrauten Menschen.

Sie könnten auch implizieren, bereit für Veränderungen zu sein. Und das ist vielleicht die größere und wer weiß – im Moment an manchen Stellen auch unlösbarere Aufgabe. 

Und nix da.

Das ist keine Entschuldigung dafür, die Befragung dann (einmal mehr) doch lieber nicht zu machen. Es ist vielmehr ein mutmachender Impuls, Ihre Mitarbeiter am Prozess, am Möglichen und am Unmöglichen, transparent teilhaben zu lassen. Menschen wollen „wissen“, um verstehen zu können. Wir wollen Erklärungen, um Verständnis aufbringen zu können. Schweigen und Ignorieren ist meist – und um so mehr in den letzten und kommenden Monaten – eine ganz schlechte FührungsStrategie. 

Heute mag ich mit Fontane abschließen: Am Mute hängt der Erfolg.

Wenn Sie sich von einigen Fragen inspirieren lassen wollen, finden Sie hier den Auszug (24 aus 108 Fragen) einer aktuell laufenden Mitarbeiterbefragung bei 350 Mitarbeitern.