# Autodidaktische PersönlichkeitsEntwicklung Ikigai: Wofür lohnt es sich denn wirklich, jeden Morgen aufzustehen? - Silvia Glaser
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# Autodidaktische PersönlichkeitsEntwicklung Ikigai: Wofür lohnt es sich denn wirklich, jeden Morgen aufzustehen?

# Autodidaktische PersönlichkeitsEntwicklung Ikigai: Wofür lohnt es sich denn wirklich, jeden Morgen aufzustehen?

Warum beenden Sie Ihr Leben nicht? Heute. Jetzt. Diese Frage ist ein geradezu abnormer Tabubrecher. Eine Provokation, eine Herausforderung. Für manche vielleicht sogar eine Unverschämtheit.

Und doch: Die Frage ist auch eine Einladung. Können Sie in einem Satz aus einer absolut überzeugten, inneren Klarheit heraus sagen, was Ihr tiefstes, inneres Anliegen ist? Das, wofür Sie jeden Tag gerne aufstehen und – etwas spiritueller betrachtet – was Ihre ganz ureigene Aufgabe des Lebens, Ihres Lebens ist?  

Falls ja: wow! Das können nicht viele Menschen. Zumindest nicht, solange man in unseren Kulturkreisen bleibt.  

Manche Menschen würden sagen, dass es gar nicht erforderlich ist, nach einem Sinn zu suchen. Oder ein inneres Anliegen zu erforschen. Diese Menschen werden voraussichtlich in diesem Artikel nicht bis hierher mit Lesen gekommen sein. Sie, die Sie hier angelangt sind, scheinen ein Interesse daran zu haben, um was es Ihnen wirklich geht. Um was es IHNEN geht. Vielleicht weil Sie zu den wenigen Menschen gehören, die es bereits erforscht haben. Oder weil Sie zu den Interessierten und Neugierigen und Offenen und Reflektierten gehören, die es gerne für sich entdecken, klären, erforschen, finden wollen? Vielleicht weil Sie in Ihrer beruflichen Entwicklung mehr als extrinsisch gesteuerten Erfolg suchen?

Der Begriff „Ikigai“ kommt – Sie ahnen es– aus dem japanischen. Und bedeutet: siehe Überschrift. Einschlägige Literatur dazu gibt es natürlich auch. Von Menschen geschrieben, die dazu geforscht haben, wie andere ihr Ikigai gefunden haben und leben. Angeblich wurde der Begriff auf der Insel Okinawa, wo die ältesten Menschen der Weltleben, geprägt.

Wenn man sich in das Thema Ikigai einliest, stößt man auf den Begriff „flow“: Wenn Sie jetzt, in diesem Moment, das Lesen einen Moment unterbrechen und darüber nachdenken, wann Sie sich das letzte Mal in einer Sache komplett „verloren“ haben, Zeit und Raum und Menschen um sich herum vergessen haben – im flow waren – wie lange gehen Sie dabei in Ihren Gedanken zurück? Stunden? Tage? Wochen? Monate….? Hoffentlich nicht. 

Kinder haben diese Selbstvergessenheit auf eine ganz natürliche Art und Weise. Zumindest, solange sie keinem vollen Terminkalender zwischen Sport und Musik und Schule zu folgen haben. Was in Zeiten der Pandemie und des Lockdowns eher ausgeschlossen sein könnte.

Wir Erwachsene verlernen diesen Zustand. Schleichend. Keine Zeit für Zeit. Keine Zeit, nichts zu tun. Keine Zeit, um über Zeit nachzudenken. Keine Zeit, um Zeit zu spüren. Keine Zeit, ein Gefühl für Zeit zu entwickeln. 

Und gerade das wären gut Voraussetzungen dafür, in den flow zu kommen. Das Auftauchen zu lassen, was uns wirklich wichtig ist. Dem zu folgen, wofür es sich im Bewusstsein aller Sinne lohnt, zu leben. 

Es ist nicht wichtig, in welcher Tätigkeit oder auch Nicht-Tätigkeit Sie sich entfalten. In den flow kommen. Es ist erfüllend, dass es sich entfaltet.

Im beruflichen Kontext lässt sich der Zustand von Ikigai als eine Schnittmenge aus Passion. Profession, Berufung und Mission beschreiben. Ganz schön viel auf einmal. Und auch nicht. Etwas, das ich wirklich liebe zu tun (meine Passion, meine Leidenschaft), und das gleichermaßen von der Welt, von meinem Kunden „gebraucht“ wird, Sie und es nach vorne bringt (meine Mission), in dem ich auch noch richtig gut bin (die Berufung in der ich mich immer und auch gerne weiter qualifiziere) und (mit meiner Profession) auch noch Geld verdiene –besser geht nicht!

Wer diesen Zustand von Ikigai erlebt und kennt – oder vergleichsweise den flow – „weiss“ auch, dass dieser „Zustand“ ein gleichzeitiges Erleben von Fülle und Leere ist. Die Fülle des Zusammenspiels aus Passion, Mission, Profession und Berufung. Die Leere, da keine Gefühle, keine Interpretationen, keine Vorannahme, keine Muster und keine Glaubenssätze stören.

Es ist das pure Sein.

Sich auf die Suche nach dem Ikigai zu begeben, ist wie eine Orientierungshilfe zur Selbstreflektion: Raus aus dem Trott und aktiv rein in die sich permanent verändernden Umstände. Sei es eine neue Position, neue Strukturen, oder auch ein regelmäßiges und Sinn-volles Prüfen der eigenen Ziele.

Jeder Zeitpunkt, sich auf die Suche zu machen, ist der Richtige. Für Menschen und Unternehmen gleichermaßen.